Geburtstag
Das Geburtstagsfest, wie wir es heute kennen, ist ein relativ moderner Brauch, bei dem man, wie der Name schon verrät, den Tag seiner Geburt feiert; ein "Ich-bin-da"-Fest sozusagen. Auch schon die alten Griechen und Römer haben vor ca. 2000 Jahren ein dem Geburtstagsfest ähnliches Fest gefeiert, was jedoch nicht dem einzelnen Menschen galt, sondern vielmehr dessen Schutzgeistern.
Man nahm an, dass bei der Geburt eines jeden, solch ein Schutzgeist, ein Schutzengel beiwohnte und seinen "Schützling" von diesem Tag an begleitet. Noch heute spiegeln sich diese Vorstellungen aus früher Vorzeit in unserer Kultur wider, zum Beispiel im Umgang oder Glauben an Feen, Schutzengel und ähnliche mystische Figuren.
Erst gegen Ende des europäischen Mittelalters entwickelte sich nach und nach ein Geburtstagsfest, das auf anderen Anlässen begründet war, nämlich dem "Geburtstagskind". Der an diesem Tag geborene Mensch gab Anlass zum Feiern. Allerdings fanden solche Feste lediglich bei adligen und reichen Familien statt. Das arme Bauernvolk konnte es sich nicht leisten auch nur für einen Tag die Arbeit niederzulegen und ein Fest zu feiern. Erst allmählich ging dieses Ritual auch auf die "niederen" Stände der Städte über, und man begann auch hier das Geburtstagskind hochleben zu lassen. Vor allem die Bauern auf dem Land wussten aber auch noch im 19. Jahrhundert nur wenig mit dieser Feier etwas anzufangen. Eine weitere Verbreitung fand eigentlich erst Anfang des 20.Jahrhunderts statt.
Noch bis ins vierte Jahrhundert hinein war das Feiern des Geburtstages aus christlicher Sicht verpönt, wusste man doch von seiner heidnischen Herkunft. Mit all den Ritualen, die zu einer Geburtstagsfeier gehören und die uns auch heute noch geläufig sind, schützte man den zu Feiernden vor bösen Dämonen, Geistern und anderem Unheil.