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Muttertag

Als offizielle Begründerin des Muttertages gilt Anna Marie Jarvis, die am 9. Mai 1907 zum Andenken an ihre eigene verstorbene Mutter weiße Nelken verteilte. Durch Aufrufe und persönliche Appelle erreichte sie, dass schließlich am 8. Mai 1914 eine Resolution des US-Kongresses verabschiedet wurde, die den zweiten Sonntag im Mai zum Muttertag erklärte.

Betrachtet man die Geschichte genauer, so wird man erfahren, dass bereits die alten Römer und Griechen eine Art Muttertagsritual hatten. Sie widmeten den Müttern ihrer Götter spezielle Feste. In England existierte seit dem 16. Jahrhundert einen „Mothering Day“, an dem die Menschen ihre Heimatkirche aufsuchten. 1806 schlug Napoleon die Einführung eines besonderen Tages für die Mütter vor, wurde dann aber durch die Schlacht bei Waterloo an der Durchsetzung seines Vorhabens gehindert.

Mit dem Slogan „Ehret die Mütter“ auf Plakaten und in Schaufensterauflagen warb der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber in Deutschland für den Muttertag, der sich am 13. Mai 1923 etablierte. Von den Nationalsozialisten mit dem Mutterkreuz dekoriert, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst abgeschafft und 1949 als nicht gesetzlicher Feiertag wieder eingeführt. Allerdings nur im westlichen Teil Deutschlands, im Osten setzte man auf den Internationalen Frauentag am 8. März.

Was zunächst als Gedenken an die Mütter begann, weitete sich zunehmend zu Kommerz aus. Längst werden nicht mehr nur Blumen verschenkt oder von den Kindern kleine Geschenke gebastelt. Süßwaren-, Schmuck- und Kosmetikindustrie haben sich ebenfalls ein Stück vom Kuchen gesichert. Mit den Worten, sie habe einen Tag des Gedenkens und nicht des Profites schaffen wollen, wandte sich Anna Jarvis schließlich gegen den Tag, den sie selbst ins Leben gerufen hatte. Die Idee, die Mütter der Welt zu ehren, hat ihre Begründerin jedoch überlebt